Mittwoch, 19. Juni 2013

Tokio Teil 1

So endlich geht es los mit meinem ersten Teil des Tokio Berichts. Leider habe ich sehr ausführlich geschrieben, des einen Freud ist des anderen Leid, also habe ich Überschriften für die jeweiligen Themenabschnitte erstellt. Somit könnt ihr alles, was euch nicht interessiert einfach überspringen und hoffentlich nützliche Tipps für eure zukünftigen Tokio-Reisen finden! Viel Spaß :)

Einleitung
Bereits als kleines Mädchen von elf Jahren träumte ich davon eines Tages nach Japan zu reisen, um das Ursprungsland meiner Kindheitsidole Sailor Moon und Kamikaze Kaito Jeanne kennen zu lernen.
Elf Jahre und etwa 300 Manga später sollte sich mein Traum dann endlich erfüllen - mehr oder weniger spontan. Während einer Flugpreisrecherche aus reiner Gewohnheit fanden mein Freund Patrick und ich ein gutes Angebot mit Emirates, welches nach kurzer Überlegung gebucht wurde - ich bin danach durchs Haus gehibbelt :D

Emirates
Los ging es am 29. Mai am Flughafen in Hamburg! Als ich die die Stewardessen in ihren hübschen Schleiern entdeckte, freute ich mich umso mehr auf Emirates, denn Tokio war ja schließlich noch in weiter Ferne. Also gaben wir unser Gepäck auf (Emirates ist in der Economy sehr großzügig und erlaubt 30 kg + 7 kg Handgepäck + Handtasche bzw. Rucksack oder Laptoptasche) und gingen unserem Flughafen-Ritual nach: eine Bento Box bei Sashimi Sushi essen. Überrascht waren wir, dass vor dem Abflug noch heiße Tücher gereicht wurden, wirklich sehr angenehm. Das Inflight-Entertainment ist wirklich wunderbar, eine große Auswahl an aktuellen und klassischen Filmen (natürlich auch arabische, japanische, indische, nigerianische etc.), Serien, Musik ohne Ende und die schönste Spielerei = die Flugzeugkameras. Diese waren an Vorder-, Unter- und Rückseite des Flugzeugen angebracht, sodass jederzeit zwischen den Ansichten gewechselt werden konnte. Vor allem während des Starts und der Landung war diese Möglichkeit interessant und im Hintergrund noch gute Musik von Aerosmith - los geht's nach Dubai!

Wunderschöne Handyfotos, sorry :D

Individuell wurden die Speisekarten verteilt, wobei jeder Gast die Wahl zwischen zwei Menüs hatte - mediterranes Lamm oder Chicken Tikka Masala <3. Selbstverständlich entschied ich mich als Halbinderin für das Curry. Zu essen gibt es wirklich reichlich und  es schmeckte richtig gut.

Curry mit gerösteter Paprika und Spinat, köstlichem Schinken mit Salat und Banane Karamell Dessert

Alle halbe Stunde verteilte das Boardpersonal Getränke, damit jeder bei einem Flug von sechs Stunden auch immer mit ausreichend Flüssigkeit versorgt war. Andere Airlines, vor allem die europäischen wie British Airways, Air France und auch die Lufthansa, können sich davon eine große Scheibe abschneiden und die Relevanz von Service als Auswahlkriterium einer Fluggesellschaft endlich ernst nehmen. In Dubai hatten wir einen Aufenthalt von drei Stunden, in denen wir bei Shake Shack, einer beliebten Frischburger-Kette aus den USA, essen gingen und uns natürlich am Emirates Terminal 3 durch die Duty Free stöberten. 

Fettig, aber lecker 

Um 24 Uhr begann das Boarding für unseren Flug mit dem A380 Richtung Tokio Narita. Ich vesuchte so gut es ging einfach nur zu Schlafen und nach weiteren zehn mehr oder minder angenehmen Stunden im Flugzeug erreichten wir unser Ziel!

Ankommen in Tokio Narita
Vollkommen übermüdet führte uns der Weg zu den Badezimmern des Flughafens, um sich frisch zu machen. Selbstverständlich gab es dort Washlet-Toiletten, dort bemerkte ich dann, dass wir tatsächlich in Japan waren. Bei der Einreise gab es zu Patricks Enttäuschung leider keinen Stempel in den Pass, sondern lediglich einen Zettel, der festgetackert wird. Die Gepäckausgabe ist im angeblichen High-Tec Land Japan recht unmodern, da hier Flughafenmitarbeiterinnen mit Schildern der jeweiligen Fluggesellschaft neben dem Gepäckband stehen und Dubai rufen. Jeder von euch, der schon mal geflogen ist, kennt wohl dieses Bangen am Gepäckband, ob der Koffer auch wirklich mitgekommen ist. Glücklicherweise waren unsere Koffer mit uns in Tokio angekommen, sodass wir uns auf die Suche nach einem Bahnschalter machten.

Öffentlicher Nahverkehr
Wir holten uns nach einiger Sucherei und Planlosigkeit am Flughafen endlich das Suica + Nex Paket für 3500 Yen (28 Euro).
So sieht der Narita Express von innen aus :D

Dieses beinhaltet eine Hinfahrt nach Tokio (Shibuya, Shinjuku oder Tokio-Station) mit dem Narita Express sowie die Suica Karte, welche individuell aufladbar ist und bereits ein Guthaben von 2000 Yen hat. Es gibt etwa sechs verschiedene Transportfirmen, sodass man als Fahrgast theoretisch mit jeder individuell gekauften Karte aufpassen müsste in welchem Zug man nun sitzt. Die Suica Karte erlaubt es, jede Linie aller Betreiber zu nutzen und es ist wirklich einfach. Die Karte legt man einfach auf das Lesegerät der Bahnhofsschranke und sie öffnet sich. Am Zielbahnhof legt man sie wieder auf und ein entsprechender Wert wird abgezogen. Wir waren jedoch immer wieder verwundert, dass uns ab und zu für nur eine Station mehr Geld abgezogen wurde als für beispielsweise drei. Das liegt an den jeweiligen Bahnhöfen, welche ihre Preise selbst festlegen. Eine Fahrt kostet meist etwa 90 Yen (etwa 0,70 €) bis 240 Yen (etwa 1,80 €).
Angenehm überrascht waren wir vom Narita Express, da die Abstände der Sitzreihen wirklich groß waren (so konnte Patrick seine Beine endlich richtig ausstrecken ^^), die Sitze sind verstellbar und das allerwichtigste = es gibt extra viel Ablageflächen für Koffer. Damit meine ich jetzt nicht diese pieseligen Gepäckschienen oberhalb der Sitze wie wir es von der DB kennen, sondern richtige Regale in die man seinen Koffer stellt, einen Zahlencode festlegt und das Telefonschnur-Schloss an seinem Koffer befestigt. So kann niemand mit deinem Koffer spazieren gehen und man kann sich entspannt zurück lehnen. Schön ist auch, dass es an jedem Bahnsteig Schranken vor den Zügen gibt, damit niemand auf die Gleise fallen kann.

So sieht eine typische Station aus


Zugetikette und Sauberkeit
Spricht man in Deutschland mit Touristen wird vor allem die Sauberkeit der Städte gelobt, wer kennt jedoch nicht die beschmierten, stinkenden und dreckigen S- und U-Bahnen in Deutschland? Erstaunt stellten wir fest wie unglaublich sauber die Züge allesamt sind. Nirgendwo ist etwas ins Glas eingekratzt, es liegt kein Müll auf dem Boden (obwohl es keine Mülleimer gibt) und es herrscht eine angenehm ruhige Atmosphäre. Niemand brüllt laut "Hallo? Hörst du mich noch?" ins Handy (telefonieren ist per Schild verboten, um andere nicht zu belästigen), keiner hört asozial laut Musik mit seinem Handy, sondern unterhält sich leise mit seinem Sitznachbarn, liest, beschäftigt sich eben anderweitig mit seinem Handy/Tablet/E-Reader oder schläft :D Wir haben täglich viele schlafende Personen in der Bahn entdeckt, es scheint ein bewusstes Powernapping zu sein.
Doch auch außerhalb der Bahnhöfe ist es überall sehr sauber, was im Anbetracht der Tatsache, dass Mülleimer Mangelware sind wirklich lobenswert ist. Diese sind meistens neben den zahlreichen Getränkeautomaten zu finden, ansonsten nimmt man sich einfach eine kleine Plastiktüte für Abfall mit. Respekt gegenüber seinen Mitmenschen und der Umwelt hat in Japan einen anderen Stellenwert als bei uns, davon wir können wir noch vieles lernen in Deutschland ^^


Im nächsten Teil geht es dann richtig los! Ich berichte über unser Hotel in Shinjuku, den Stadtteil und unseren Besuch in Asakusa :)

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