Donnerstag, 27. Juni 2013

Tokio Teil 2: Shinjuku

Weiter geht's mit dem zweiten Teil meines Tokio-Berichts, viel Spaß!



Dieser Stadtteil ist für Touristen das perfekte Ausgangsziel, da von der Shinjuku Station jede Richtung und Linie in kürzester Zeit erreicht werden kann. Hier gibt es den Skyscraper District mit dem Rathaus plus Aussichtsplattform, das berüchtigte Rotlichtviertel Kabukicho, aber auch einfach nur das bunte Treiben in den Shopping Straßen. Selbstverständlich hat Shinjuku noch weitere Facetten, leider hatte der Park beispielsweise geschlossen als wir ihn besichtigen wollten. Hier ist es so gut wie immer voller Menschen. Egal ob früh morgens oder abends um 23 Uhr - die Straßen sind voller Leben. Die Dichte an Geschäften, Hotels und Restaurants ist unbeschreiblich hoch. Auch die berühmte Golden Gai, die Izakaya-Straße befindet sich dort.



Hotel Sunroute Plaza


Außenfassade des Hotels

Wir entschieden uns für das Sunroute Plaza Hotel im Stadtteil Shinjuku. Da das Hotel bei Tripadvisor mittlerweile über 1800 positive Bewertungen hat und der Preis mit 525 € für sechs Nächte ohne Frühstück (sollte 10 € pro Nacht und Person kosten) in einem Standard-Doppelzimmer für ein 3,5 Sterne Hotel in Tokio sehr günstig ist, entschieden wir uns für dieses. Ich kann euch sagen, dass es wirklich sehr sauber ist, aber da man in Japan ist, muss auf viel Platz bei dem Preis natürlich verzichtet werden ;) Aber wer hält sich außer zum schlafen schon lange im Zimmer auf, nicht wahr? Ein französisches Doppelbett, Wasserkocher, Fernseher, Schreibtisch und Mini-Kühlschrank waren gehörten neben dem winzigen Bad mit Duschwanne, Washlet, tollen gratis Toilettenartikeln und natürlich einem Waschbecken zur Zimmerausstattung. Die Lage des Hotels ist wirklich unschlagbar. Direkt nebenan befindet sich eine Metrostation, die jedoch nur zwei Linien bedient. Innerhalb von fünf Minuten Fußweg ist die riesige Shinjuku Station zu erreichen. Auf dem Weg dorthin befinden sich auch zahlreiche Department Stores, aber dazu später mehr.

Wir hatten ein Zimmer im Dachgeschoss, sprich 14. Stock, doch leider hatten wir in der Reservierung vergessen zu erwähnen, dass wir uns einen Stadtblick wünschen. So schauten wir leider beim Blick aus dem Fenster auf ein gegenüberliegendes Bürogebäude :'D Hier ein Bild unseres Chaos-Zimmers beim Tag der Abreise


Wir könnes es jedem Touristen wärmstens empfehlen, sich für dieses Hotel zu entscheiden, da auch das Personal an der Rezeption Englisch spricht und das ist in Japan bisweilen selbst in Hotels eine Seltenheit.  

Kaufhäuser


Shinjuku besitzt eine große Auswahl von Kaufhäusern, welche sich alle in der Nähe des Bahnhofs befinden und so ziemlich alles bieten, was das Herz begehrt. Im folgenden möchte ich euch meine Favoriten vorstellen ^___^ Die Reihenfolge ist hierbei zufällig.


Takashimaya Times Square


Von außen wirkt es aufgrund seiner Größe sehr einschüchternd. Das liegt daran, dass sich eine große Filiale des allseits beliebten Tokyu Hands dort befindet. Es war das erste Geschäft, das wir besuchten, da es hier alles mögliche auf acht Etagen zu kaufen gibt. Von Haushaltsartikeln (schöne Bentos und Accessoires!), DIY, Schreibwaren, Kosmetik, Spielzeug und Gimmicks (wie Handyzubehör) etc.

sieht echt lecker aus :D

Im Takashimaya Times Square gibt ansonsten Kleidung (exklusiv und teuer) sowie Spielzeug <3 Das hat mein inneres Kind natürlich sehr gefreut, weshalb gleich der Disney Store besucht wurde! Gekauft wurde der etwas trottelig ausschauende, aber zuckersüße Eeyore:


Zudem gibt es eine wunderbare Spezialitätenabteilung in der viele kleine und große Stände ihre Produkte kunstvoll und sehr appetitlich anbieten. Dort wurde auch der ein oder andere Pudding gekauft :) Außerdem gibt es dort viele traditionelle Restaurants.


Lumine 1 & 2
einer der zahlreichen kleinen Geschäfte im Lumine 2 mit wunderschönen Kleidungsstücken

Direkt am Hauptbahnhof von Shinjuku gelegen ist dieses Kaufhaus etwa mehr "trendy", was auch am deutlich jüngeren Publikum erkennbar ist. Unser Favorit war definitiv die Filiale von Ladureé, in der auch Glace, also Softeis verkauft wird. Es war ein Fest für die Augen der Mitarbeiterin am Counter bei der sorgfältigen Zusammenstellung zuzuschauen und steigerte natürlich die Vorfreude. Es hat himmlisch geschmeckt, aber war mit ca. 7 € pro Eis wirklich ein teures Vergnügen.

Links Paeva (Veilchen Geschmack) und rechts Ispahan (Rose und Himbeer)

Außerdem befindet sich im Lumine 2 ein Ableger des amerikanischen Gourmetmarktes Dean and Deluca mit allerlei frischen Scones, Muffins und Marmeladen. Leider habe ich hiervon kein Fotos gemacht und haben uns auch nicht die Zeit genommen, jedes Stockwerk zu erkunden, da die Zeit zu kostbar war.


Isetan




Hier gibt es eine riesige Beauty/Kosmetik-Abteilung, mit einerseits bekannten Marken, aber auch Japan-internen wie beispielsweise Ladureé-Beauté. Eine sehr liebe Verkäuferin am Counter kam gleich auf mich zu und hielt mir nacheinander die verschiedenen nach Blüten duftenden Seifen unter die Nase und erklärte mit in gebrochenem Englisch um welche Blume es sich nun handelt. Die Produkte sind allesamt wunderschön verpackt, aber leider auch sehr teuer :( An jedem Counter versuchen die jungen Verkäuferinnen Kunden mit hohen, lauten Stimmen anzulocken. Da kann es einem als Kunde schnell auf die Nerven gehen hehe ^^"

Restaurants


Patrick und ich sind richtige Foodies, wir lieben es zu essen und neue Restaurants auszuprobieren. Im Vorhinein suchte ich nach guten Lokalitäten, die ich wie bei Blue's Clues in mein kleines Notizbuch schrieb. Da das Adressensystem als Tourist so gut wie nicht zu verstehen ist und es auf Grund mangelnder Sprachkenntnisse schwer ist bestimmte Ziele zu finden, haben wir eines unserer Must-Dos zufällig gefunden. 

Takano Fruit Parlor

An der Shinjuku Station nahmen wir mal wieder einen falschen Ausgang und landeten direkt vor dem Takano Fruit Parlor. Es handelt sich um ein mehrstöckiges Gebäude in dem in Basement kunstvoll verpacktes und perfekt aussehendes Obst verkauft wird. In der letzten Etage befindet sich das Café, welches sehr beliebt bei den Japanerinnen ist. Männer dürfen das Café nur in Begleitung einer Frau betreten. Wie populär der Laden ist, bemerkten wie prompt an der langen Schlange an deren Spitze eine Kellnerin den Namen der Person notiert, damit sie später aufgerufen werden können. Wie beim Arzt setzt sich der Gast auf eine Wartebank. Ging relativ flott und plötzlich ertönten die Worte "Karishma-sama" - jeder Anime und Manga Fan kann bestimmt verstehen, dass mein Herz in diesem Moment einen kleinen Hüpfer gemacht hat hihi <3
Im Fruit Parlor werden leckere Eisbecher, Obstdesserts und unter anderem auch Sandwiches serviert. Die Obstschnitten kann ich euch wärmstens empfehlen. Feines Weißbrot mit einer sahnigen Creme in der sich saftige Obststücke tummeln. Für 8 € nicht günstig, jedoch ist die Portion riesig und sättigt für einige Stunden (bei "Normal-Essern vielleicht auch länger, mein Magen ist als Schwarzes Loch bekannt :D) Patrick entschied sich für die herzhafte Variante mit Schinken, Tomate, Salat und Sandwichsauce. Dazu bestellten wir beide einen Ananas-Banane-Orangen-Grapefruit Saft. 





Sakea Sushi
Unser liebstes Restaurant fanden wir zufällig beim Spazieren durch die Shoppingstraßen Shinjukus gleich am ersten Abend. Mitten in einem Neonmeer befindet sich diese schnuckelige Holzrestaurant mit Schiebetüren und schwarzen Schriftzeichen auf einer weißen Tafel. Neugierig schauten wir ins Schaufenster und entdecken Plastiksushi in der Auslage. Nichts wie rein! Jeder Gast wird mit einem gerufenen "Willkommen" von allen Sushimeistern am Tresen begrüßt. Glücklicherweise war dort auch noch Platz für uns. Auf einer bebilderten Karte und glücklicherweise auf Englisch wurden die verschiedenen Nigiris gezeigt. Wir bestellten unter anderem Thunfisch, semifetten Thunfisch und fetten Thunfisch - es.war.himmlisch. <3 Normalerweise mochte ich den rohen Thunfisch in Deutschland nie, aber in Japan ist er einfach köstlich. Ja er ist vom aussterben bedroht und mit unserem Verzehr haben wir dazu beigetragen, aber wer frei ist von Sünde, der werfe den ersten Stein :D


Im Laufe der kurzen Reise besuchten wir das Lokal noch zwei weitere Male. Wir hatten das unglaubliche Glück einen sehr lieben Sushimeister zu haben, der uns auf unseren Wunsch hin verschiedene Spezialitäten zauberte wie Red Snapper mit Zitrone und Salz, Sepia (schmeckt in D-Land nur nach Gummi), Anago etc. Er nahm sich ca. zwei Stunden Zeit für uns in denen wir über Japan und Deutschland plauderten. Auch am letzten Tag aßen wir hier zu Abend, da wir uns dort immer wie zu Hause gefühlt haben. Der Sushimeister überreichte uns seine Visitenkarte, was wir als hohe Ehre empfanden :) Jeder, der vor hat nach Japan zu reisen, sollte dieses Restaurant besuchen. Hohe Qualität zu fairen Preisen - ein 500 ml Sapporo Bier und diversen Nigiribestellungen für etwa 30 € insgesamt (2 Personen). Es befindet sich in der Seitenstraße neben dem riesiegen H&M in Shinjuku, die genaue Adresse werde ich in Kürze posten.



Imahan im Takashimaya Times Square
Bereits in Bremen probierten wir Shabu-shabu, ein japanisches Fonduegericht mit Gemüse und hauchdünnem Fleisch, aus. In der Endetage des exklusives Kaufhauses befinden sich mehrere traditionelle Lokalitäten mit moderaten bis hohen Preisen. Wir entschieden uns High-Quality Shabu-shabu zu bestellen und wurden nicht enttäuscht. Zunächst fliegt einem beim Betreten durch die Stofftür ein herrlicher Duft von deftigem Essen zu. Von Kellnerinnen, welche Kimonos tragen und geübt alles für das Menü am Tisch zubereiten, wird man zu seinem Induktionstisch geführt. Sehr achtsam fand ich es, dass sie unsere Taschen mit Tüchern abdeckten, damit diese keine Flecken von der Brühe bekommen. Es handelte sich beim Fleisch um Ohmi-Wagyu, ein sehr hochwertiges hauchdünn geschnittenes marmoriertes Rindfleisch, welches nur für wenige Sekunden in der Dashibrühe geschwenkt werden muss, um es anschließend in eine Sesamsoße zu tunken und sich schließlich schmecken zu lassen :) Es zerging förmlich auf der Zunge. Zusätzlich gab es Klebreis, Gemüse und Tofu.


Aufgrund der sehr intimen, ruhigen Atmosphäre des Restaurants machte ich lieber keine weiteren Fotos der Räumlichkeiten oder Kellner. Nachdem das Fondue beendet wurde, erhält man noch Udon Nudeln, welche mit der Fonduebrühe als Nudelsuppe serviert werden. Wirklich eine nette Idee. Als Gast kann man sich hier wirklich zurücklehnen und die japanische Gastfreundschaft genießen. Leider hat das ganze auch seinen stolzen Preis (etwa 80 € p.P.), doch wie oft ist man in Japan? Es war wirklich das teuerste Menü, das wir in Japan gegessen haben. Ob es sich lohnt muss jeder für sich entscheiden. Wenn ich mich noch mal entscheiden müsste, würde ich wohl lieber wieder zu Sakea Sushi gehen, da mir der Geschmack von Shabu-shabu nicht so sehr zusagt wie ich es mir erhofft hatte.


Im nächsten Teil erfahrt ihr über unseren Ausflug zum Sensoji Shrine in Asakusa! Stay tuned :) 

Laura und ich werden ab Mitte nächster Woche weiterschneiden, wir halten euch auf dem Laufenden! Danke, dass ihr weiter fleissig reinschaut <3


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen